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Nachgang Gewässerwarteseminar „Fit am Teich“

Nachgang Gewässerwarteseminar „Fit am Teich“

„Fit am Teich“ Praxisseminar des ASV für Gewässerwarte am 12./13. Juni 2010
(eine PDF-Version des Berichts können Sie im Downloadbereich / Berichte herunterladen)

 

Thema
Der Angelsport-Verband Hamburg setzte seine bewährte langjährige Ausbildungsreihe für Gewässerwarte fort. In einem praxisorientierten Wochenendseminar wurden an zwei Tagen umfangreiche und für die Fischerei wesentliche Grundlagen für die Gewässerbewirtschaftung intensiv behandelt. Schwerpunkt lag bei der Anwendung physikalisch-chemischer und biologischer Methoden bei Gewässeruntersuchungen.

Hintergrund

Die Veranstaltung wendete sich in erster Linie an die bei der Gewässerhege und -pflege fachlich tätigen Gewässerwarte. Gemäß den Grundsätzen des ASV sind regelmäßige Gewässeruntersuchungen eine Voraussetzung der naturschutzkonformen Fischerei gemäß dem gesetzlichen Auftrag einer guten fachlichen Praxis. Grundlage der fischereilichen Bewirtschaftung ist somit eine dem jeweiligen Gewässer angepasste Nutzung. Es ist somit die Kenntnis relevanter Parameter und deren Interpretation vonnöten, kurz in dem Sinne „Nur was ich kenne kann ich schützen“. Daher führt der ASV regelmäßige Weiterbildungen durch, um diese Grundsätze mit Leben zu füllen und speziell mit diesem Seminar, um weitere Gewässerwarte in die Lage zu versetzen, selbstständig belastbare Daten für die Gewässereinschätzung erheben zu können.

Mit der Teilnehmerzahl von 20 Personen war die Kapazitätsgrenze für ein Praxisseminar erreicht; dies zeigt auch, wie wichtig und beliebt solche Weiterbildungsveranstaltungen sind.

 

Seminarinhalte / -ablauf

Am Samstag wurde die exemplarische Untersuchung eines Vereinsgewässers (Brack Fünfhausen) vorgenommen.

Die vier inhaltlichen Blöcke waren in halbtägige Einheiten aufgeteilt. Zunächst standen die Erhebungen der physikalisch-chemischen Werte auf dem Programm. Mit Hilfe eines speziell entwickelten Erfassungsbogens ermittelten die Teilnehmer Werte wie Temperatur, pH-Wert, Sauerstoffgehalt und -sättigung, Stickstoffverbindungen wie Nitrat, Nitrat und Ammonium sowie Sichttiefe, Leitfähigkeit und Wasserhärten.

Nach einem gemeinsamen Mittagsmahl im Gelände wurde nachmittags eine Elektrobefischung als Teil der biologischen Erfassung durchgeführt. Hierbei wurden die von qualifizierten E-Fischern des Verbandes gefangenen Fische gemeinsam nach Arten bestimmt, einzeln vermessen und gewogen und auf Besonderheiten wie Verletzungen, Parasiten und Allgemeinzustand untersucht. Die so erlangten Daten dienen im Zusammenhang mit weiteren Informationen über das Gewässer dazu, qualitative Aussagen über den Ernährungszustand der Arten, das Altersspektrum und das Artengefüge zu erlangen. Die Auswertungen und Interpretationen wurden im letzten Seminarteil exemplarisch diskutiert.

Der Abend klang in gemütlicher, fachlich orientierter Runde bei gemeinsamem Grillen aus. Darüber hinaus wurden die gesammelten Daten für den Seminarsonntag aufbereitet.

Am Sonntagvormittag standen weitere biologische Erhebungen im Fokus. Die Methodik des Saprobienindexes wurde praktisch vom Absammeln bis zum (groben, gattungsnahen) Bestimmen durchgeführt und theortisch behandelt. Hierbei wurde die Anwendbarkeit dieser Methode auf stehende bzw. Hamburger Gewässer kritisch diskutiert; die Bestimmung der Saprobie ist in Hamburg bedingt in Fließgewässern geeignet.

Ab Mittag wurde eine Form der Datenverarbeitung und -verwendung im Allgemeinen durch einen externen EDVler vorgestellt. Wichtig erschien den Beteiligten eine Kompatibilität mit bestehenden amtlichen Gewässeridentifizierungen, um – auch im Zusammenhang mit der EU-WRRL – zukunftsorientiert Daten gewässerbezogen austauschen und abgleichen zu können.

Im Speziellen wurden dann die Beobachtungen, Erfassungen und Fragestellungen der Gewässererfassung des Vortages exemplarisch an einigen Fischarten (u.a. Beziehung Hecht und Rotauge) in Verbindung mit den erfassten und archivierten Jahreswerten diskutiert. Was kann ich womit anfangen, was sind verwertbare, nachvollziehbare und belastbare Daten, welche Interpretations- und auch Fehlinterpretationsmöglichkeiten gibt es? Diese und weitere Punkte wurden in der offenen Diskussion ausführlich behandelt.

Seminar­ergebnisse

Im Ergebnis wurden durch dieses Seminar mehrere Ziele erreicht:

1.  Weitere Qualifikation der maßgeblich in die Gewässerbetreuung und Besatzentscheidungen eingebundenen Gewässerwarte

  •   Praktische Fähigkeiten verbessert
  •   Neue Praktiken vorgestellt
  •   Dateninterpretationen beispielhaft durchgeführt und kritisch beleuchtet

2.   Konkrete Untersuchungen an einem Hamburger Mustergewässer mit Schlussfolgerungen, auch zu möglichen Besatzmaßnahmen

3.   Vorstellung von der Archivierung und Auswertung dienender EDV

4.   Erfahrungsaustausch der Teilnehmer / Eigenevaluation und Motivation

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Klar erkennbar war die Wirkung der vorausgegangenen theoretischen Schulungen – die vorgebildeten Teilnehmer führten die Untersuchungen vor Ort souverän und verwertbar durch.

Festzustellen ist, dass die Kompetenz, die Grundsätze auch umzusetzen, vorhanden ist und konsequent ausgebaut wird. Daher werden weitere Maßnahmen der Weiterbildung folgen.

Dem ASV ist es ein wichtiges Anliegen, den Zustand der Gewässer als Lebensraum nicht nur für Fische zu erhalten, zu verbessern und zu pflegen. Dieses Ziel wird auch von weiteren Interessengruppen wie z.B. dem Naturschutz verfolgt. Daher legt der ASV Wert darauf, sich auch mit diesen anderen Partnern gemeinsam für die Verbesserung der Hamburger Gewässer einzusetzen.

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