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Mehr als 800m³ Müll in 25 Jahren

Mehr als 800m³ Müll in 25 Jahren

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Am 15.07.2012 hieß es für die Angler des
AV Bergedorf-West/Allermöhe e. V. zum 80. Mal „Boote zu Wasser“ zum Großreinemachen in den Allermöher Fleeten.

Seit Anbeginn seiner Existenz verfolgt der Verein die Politik intakter Gewässer, verbunden mit Natur- und Umweltschutz und führt die Gewässerreinigungen seit nun mehr als 25 Jahren mindestens 3 Mal jährlich durch.

Diese fleißigen Reinigungsaktionen haben sich schon vor 12 Jahren selbst in der Politik herumgesprochen. So wird der AV BeWe (wie der Verein in der Kurzform genannt wird), als einziger Hamburger Angelverein, in der Broschüre „Wir engagieren uns für unser Grün“ der Freien und Hansestadt Hamburg (Umweltbehörde – heute Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt BSU) und in einer Senatsdrucksache aus dem Jahre 2000, namentlich genannt und beschrieben.

containerTrotz der vielen Reinigungen, die jedes Mal aufs Neue mindestens einen 10m³-Container füllen, scheint der Müll in den Allermöher Fleeten nicht weniger zu werden.
Manchmal hat man den Eindruck, dass die Menschen nur darauf gewartet haben, dass einer den Mülleimer leert, um ihn gleich darauf wieder voll machen zu können“ meint einer der angelnden „Saubermänner.“

volles-bootUnd tatsächlich fischen die Angler bei jeder Reinigungsaktion aufs Neue so viel Müll aus dem Wasser, dass die Boote dabei fast untergehen und ihre „Fracht“ zwischendurch entladen müssen.

Im Laufe der Jahre hat man im Verein sogar eine „Fleet-Reinigungs-Chronik“ erstellt, die Aufschluss über die gefährlichsten, die kuriosesten, die gewässerschädlichsten und die häufigsten Fundstücke der bisherigen rund 80 Reinigungsaktionen gibt.

Den bisher gefährlichsten Fund stellten über ein Dutzend halbtransparenter Plastikkanister mit jeweils 10l Volumen dar, die im Wasser trieben. In ihnen waren schillernd bunte Flüssigkeiten zu erkennen, die dem heutigen Modegetränk „Bubble Tea“ sehr ähnlich sahen.

Eine Überprüfung der Inhalte ergab jedoch, dass es sich dabei um verschiedene, hochgiftige und ätzende Chemikalien handelte, die ein verantwortungsloser Zeitgenosse einfach in die Fleete „entsorgte“.
Nicht auszudenken, wenn diese Flüssigkeiten in die Hände spielender Kinder gelangt wären.

Der kurioseste Fund war bisher ein mehrere Zentner schwerer, aufgeschweißter Panzerschrank. Die Bergung aus dem Grundschlamm nahm fast einen ganzen Tag in Anspruch und brachte dabei eines der eingesetzten Boote fast zum Untergang.

muellanglerZu den schädlichsten Funden für das Gewässer gehören Fahrzeuge wie Mofas und Motorräder, die sehr häufig von Dieben oder auch aus Versicherungsgründen von den Eigentümern, in den Gewässern versenkt werden. Die enthaltenen Öle, Benzin, und anderen Betriebsmittel können ein ganzes Gewässer vergiften und führen in der Regel zu Fischsterben.

Die häufigsten Fundstücke sind Einkaufswagen aller großen Supermarktketten, Fahrräder, Baustellenabsperrungen, Baumaterialien und Verkehrsschilder.

wir-sehen-logoVermehrt und in großen Mengen finden die Angler in den letzten beiden Jahren Isolationsmaterial von Stromkabeln am Grund der Fleete.
Dies ist auf die hohen Schrottpreise für Edelmetalle wie Kupfer zurückzuführen. Die Kabel werden irgendwo entwendet, die Isolation abgebrannt und das Kupfer dann verkauft.

All das zeigt einmal mehr, dass ohne die tatkräftige und freiwillige Umweltschutzarbeit der Hamburger Angler viele Gewässer in unserer Stadt den Namen „Gewässer“ gar nicht mehr verdienen würden.

 

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