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UNSER NEWS ARCHIV

You wanna be where you can see our troubles are all the same you wanna be where everybody knows Your name days are all share them with me oh baby are the voyages of the Starship Enterprise

Plastikpartikel in Elbe & Co.

Das Team des Hamburger Forschungsschiffes “Aldebaran” war 15 Tage auf den norddeutschen Flüssen vom Berliner Wannsee über die Spree, Havel, Weser und Elbe bis ins Wattenmeer unterwegs und sammelte Wasser- und Bodenproben. Am gestrigen Dienstag stellten sie erste Untersuchungsergebnisse vor.

“Nicht nur Plastiktüten und Müll zerreiben sich mit der Strömung an Steinen und im Sediment und werden flussabwärts transportiert”, sagte die wissenschaftliche Leiterin der Expedition, Sandra Schöttner von der Universität Bergen in Norwegen. “Es gibt auch Hinweise auf Mikro- und Nanopartikel, die aus Haushalten kommen.” Es handele sich um Partikel und Fasern, die aus

Peelings, Zahnpasta, Seifen Fleecepullovern und Scheuermitteln stammen und mit dem Abwasser in die Flüsse gespült werden.

Diese sehr kleinen Kunststoff Partikel werden von Fischen für Nahrung gehalten. Darum fressen sie die Partikel, können  diese aber natürlich nicht verdauen. Dadurch füllt sich der Fischmagen immer mehr und der Fisch denkt er wäre satt. In Wirklichkeit aber hat er NULL Nährstoffe aufgenommen und verhungert schließlich.

Die mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikel bleiben aber nicht im Magan-Darm-Trakt der Fische. Sie wurden auch bereits im Fleisch der Tiere nachgewiesen.

In den nächsten Wochen wollen die Wissenschaftler die Kunststoffarten eingehend analysieren. “Wir suchen Stoffe, die sich im Wasser nur schlecht, dafür aber in Fett sehr gut lösen”, sagte Gesine Witt von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Diese Stoffe sind für Mensch und Tier besonders gefährlich.

Der von uns Menschen so sehr geliebte Kunststoff ist für die Binnengewässer und sogar für die Ozeane inzwischem zu einem Fluch geworden. Selbst in den unglaublichen Weiten des Pazifiks finden sich bereits seit Jahren unglaubliche hohe Mengen von Kuststoffpartikeln und größeren Kuststoffteilen im Wasser.

Im Nordostpazifik lässt sich das Phänomen besonders eindrucksvoll besichtigen: Zwischen Kalifornien und Hawaii hat sich ein rund drei Millionen Tonnen schwerer Plastikteppich gebildet, der etwa so groß ist wie Mitteleuropa. Kreisende Strömungen von Wind und Wasser sorgen dafür, dass der Zustrom an Müll von den Küsten, hier niemals versiegt (Bericht zum “Müllkarusell im Pazifik lesen).

 

Plastikpartikel in Elbe & Co.

Das Team des Hamburger Forschungsschiffes “Aldebaran” war 15 Tage auf den norddeutschen Flüssen vom Berliner Wannsee über die Spree, Havel, Weser und Elbe bis ins Wattenmeer unterwegs und sammelte Wasser- und Bodenproben. Am gestrigen Dienstag stellten sie erste Untersuchungsergebnisse vor.

“Nicht nur Plastiktüten und Müll zerreiben sich mit der Strömung an Steinen und im Sediment und werden flussabwärts transportiert”, sagte die wissenschaftliche Leiterin der Expedition, Sandra Schöttner von der Universität Bergen in Norwegen. “Es gibt auch Hinweise auf Mikro- und Nanopartikel, die aus Haushalten kommen.” Es handele sich um Partikel und Fasern, die aus Peelings, Zahnpasta, Seifen Fleecepullovern und Scheuermitteln stammen und mit dem Abwasser in die Flüsse gespült werden.

Diese sehr kleinen Kunststoff Partikel werden von Fischen für Nahrung gehalten. Darum fressen sie die Partikel, können  diese aber natürlich nicht verdauen. Dadurch füllt sich der Fischmagen immer mehr und der Fisch denkt er wäre satt. In Wirklichkeit aber hat er NULL Nährstoffe aufgenommen und verhungert schließlich.

Die mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikel bleiben aber nicht im Magan-Darm-Trakt der Fische. Sie wurden auch bereits im Fleisch der Tiere nachgewiesen.

In den nächsten Wochen wollen die Wissenschaftler die Kunststoffarten eingehend analysieren. “Wir suchen Stoffe, die sich im Wasser nur schlecht, dafür aber in Fett sehr gut lösen”, sagte Gesine Witt von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Diese Stoffe sind für Mensch und Tier besonders gefährlich.

Der von uns Menschen so sehr geliebte Kunststoff ist für die Binnengewässer und sogar für die Ozeane inzwischem zu einem Fluch geworden. Selbst in den unglaublichen Weiten des Pazifiks finden sich bereits seit Jahren unglaubliche hohe Mengen von Kuststoffpartikeln und größeren Kuststoffteilen im Wasser.

Im Nordostpazifik lässt sich das Phänomen besonders eindrucksvoll besichtigen: Zwischen Kalifornien und Hawaii hat sich ein rund drei Millionen Tonnen schwerer Plastikteppich gebildet, der etwa so groß ist wie Mitteleuropa. Kreisende Strömungen von Wind und Wasser sorgen dafür, dass der Zustrom an Müll von den Küsten, hier niemals versiegt.

 

Heimführung einer großartigen Fischart

Zum Vergrößern der Bilder bitte darauf klicken

Der 16.09.2013 war ein großer Tag an der Oste, dem längsten Nebenfluss der Niederelbe. Insgesamt wurden zum wiederholten Male (seit 5 Jahren in Folge) 500 junge Störe in den Fluss entlassen, um über ihn und die Elbe, in die Nordsee und den Atlantik zu wandern.
Dort, so hoffen die über 8.000 Angler der „Osteland-Fachgruppe Wanderfische“ und ihr Sprecher Wolfang Schütz (SFV Oste e.V. im Angelsport-Verband Hamburg), können sie dann heranwachsen, um nach Eintritt ihrer Laichreife, zur Fortpflanzung in die Oste zurückzukehren.

Die Geschichte
Bis zum ersten Weltkrieg war der bis zu 4 Meter lange und bis zu 300 kg schwer werdende „Europäische Stör“ (Acipenser sturio) die am weitesten verbreitete Störart in

Europa und auch in der Elbe, der Brotfisch der damaligen Elbfischer.
In den vergangen 100 Jahren hat die Art jedoch einen massiven Zusammenbruch erlitten und ist weltweit bis auf eine „Reliktpopulation“ in der Gironde, in Frankreich, zusammengeschrumpft.
In der „Roten Liste“ der IUNC wir der Europäische Stör daher auch als „critically endangered“ (vom Aussterben bedroht) geführt.

Die hauptsächlichen Gründe für den Zusammenbruch der Population sind Verschlechterungen der Habitate (z.B. durch Dämme, Kanalisierung und Kiesentnahme), Beifang und Wilderei sowie die Einschleppung nicht heimischer Störarten. Zusätzliche Gefährdungen sind die Gewässerverschmutzung als Grund für Reproduktionsausfälle und Beeinträchtigungen der Nahrungshabitate in den Ästuarien (Flussmündungen) aufgrund von Kanalisierung und Sedimenteintrag.

jungstoerMaßnahmen zur Rettung
Bereits Ende des letzten Jahrhunderts erkannten sowohl Fischereibiologen als auch Angler, dass diese großartige Fischart – die älter ist als die Dinosaurier – nicht verloren gehen darf. Nach Jahren der Planung und Vorbereitung werden bis heute kleine Störlarven aus dem französischen Gironde-Gebiet, dem letzten verbliebenen Laichgebiet der im Nordostatlantik frei lebenden Europäischen Störe, nach Deutschland gerbracht und im Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin aufgezogen (vorgestreckt). Seit 2008 werden diese Jungstöre im Elbegebiet – in den Flüssen Oste, Stör, Elbe, Mulde und Havel – ausgesetzt.

Warum die Oste
Zur Wiedereinbürgerung ausgewählt, wurde die Oste von den Berliner Wissenschaftlern nicht nur wegen ihrer Gewässerqualität und der relativ wenigen Querverbauungen. Auch das große Engagement der Anrainer für bedrohte oder verschollene Arten, war ein entscheidendes Kriterium.

stoerpateLaut Dr. Geßner haben sich nicht zuletzt die Angler an der Oste, sowie die Arbeitsgemeinschaft Osteland, mit “viel Enthusiasmus” für das Stör-Projekt eingesetzt und ein “phänomenales Klima” für den Artenschutz geschaffen, sondern die „AG Osteland“ habe “maßgeblich dazu beigetragen, die gemeinsamen Anstrengungen zur Wiedereinbürgerung des Störs voranzubringen und zu fördern”.

Bereits um das Jahr 2000 herum war den ansässigen Angelvereinen die Wiederansiedlung, des in der Oste ebenfalls ausgerotteten Lachses gelungen. Das damalige “Wunder an der Oste”, so die Fachpresse, ermutigte die Angler, sich fortan auch dem Stör zu widmen.

Sowohl die Wissenschaftler, als auch die Angler, wollen es aber nicht beim bloßen Aussetzen von „eingekauften“ Jungstören belassen. Am IGB in Berlin ist man gegenwärtig damit beschäftigt, einen eigenen Elterntierbestand aufzubauen, um bei der Produktion der Fischlarven unabhängig zu sein. Aber auch an der Oste gibt es Bestrebungen, den Stör noch tiefer in der Region zu verankern.

Die AG Wanderfische setzt sich für eine eigene Stör-Aufzuchtstation direkt am Fluss ein und prüft gemeinsam mit dem Leibnitz-Institut die Eignung verschiedener Standorte. Die Nähe zum Fluss hat einen triftigen Grund, denn „je früher die Jungstöre mit Ostewasser in Berührung kommen, umso eher werden die sie auf den Fluss geprägt“, weiß Wolfgang Schütz.

stoerpflegerDer Ostener “Störvater” Wolfgang Schütz und andere Mitglieder der AG Osteland gehen aber noch weiter. So installierten sie in Oberndorf ein Stördenkmal (“Hein Stör”) und veranstalteten in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg Vortragsabende (“Kaviarnächte”), eine Ausstellung (“Die Rückkehr des grauen Riesen”), einen “Störgipfel” sowie Radtouren “Auf den Spuren der Wanderfische” sowie zwei “Oste-Stör-Feste” in Oberndorf und Bremervörde-Elm.

Internationale Beachtung
Die international beachtete Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in die Elbe-Zuflüsse, wird als “Beispielprojekt der “UN-Dekade der Biodiversität” ausgezeichnet. Eingeladen zur feierlichen Preisverleihung am 25. September auf Burg Lenzen an der Elbe, sind auch der Vorsitzende der gemeinnützigen „AG Osteland e. V.“, Jochen Bölsche, sowie als Vertreter der rund 8000 am Projekt beteiligten Angler, der Sprecher der „Osteland-Fachgruppe Wanderfische“, Wolfgang Schütz.
Entgegennehmen wird die Uno-Auszeichnung für die deutschen Artenschützer durch den
Stör-Projektleiter Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei aus der Hand von Dr. Elsa Nickel, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

flaggeDie Bemühungen zur Wiedereinbürgerung der weltweit nahezu ausgestorbenen Art „Acipenser sturio“ (Europäischer Stör) werden mit der Auszeichnung gewürdigt, weil der Stör in den letzten Jahren “als wichtige Schirmart und Leuchtturm der nationalen Biodiversitätsstrategie, ein Wegbereiter für die Anerkennung von Flüssen als Lebensraum” geworden sei.

Nebenbei bemerkt
Das Oste-Land ist auch ein ausgezeichnetes „Langes-Wochenende-Ziel“ für Angler und andere Naturinteressierte.
Informationen erhalten Sie unter: www.osteland.de und www.tourismus-oste.de

 

Hier können Sie den Artikel auch Artikel als PDF herunterladen

Meerforellen für die Alster

von Frank Schlichting / Anglerverein Alster e. V. Hamburg

Die Alster ist ein Fluss, in dem es mehr Fischarten gibt, als viele glauben. Den Hecht zum Beispiel, den Barsch und den Aal, um nur die bekanntesten „Speisefischarten“  zu nennen. Dazu kommen viele Arten, von denen der eine oder andere vielleicht schon mal gehört hat: Rotauge, Brassen, Aland, Rotfeder, Stichling, Kaulbarsch und Gründling. Selbst seltene Arten wie die Mühlkoppe oder das Bachneunauge sind in der Alster anzutreffen.  Sogar die Aalquappe, die über 50 Jahre  in der Alster verschwunden war,  ist durch gezielte Besatzmaßnahmen wieder angesiedelt worden und hat heute einen stabilen Bestand. Ein ganz besonderer Fisch ist der Hasel, auch Häsling genannt. Der bis maximal 30 Zentimeter lange Strömungsfisch ist in Norddeutschland relativ selten und kommt in Hamburg nur im Einzugsgebiet von Alster und Bille vor. Und was natürlich jeden interessiert: Gibt es auch Forellen in der Alster?  Ja, und zwar Bachforellen, die vom Angelverein „Alster“ regelmäßig besetzt werden.  Aber das große Ziel sind  jetzt Meerforellen, die in der Alster eine neue Heimat finden sollen!

 

 

Meerforellen sehen wie Lachse aus
Meerforellen sind Fische, die wie Lachse, denen sie übrigens zum Verwechseln ähnlich sehen, im  Meer leben und nur zum Laichen ins Süßwasser aufsteigen. Sie  können bis zu einen Meter lang werden.  Wenn Sie im Spätherbst die Oberläufe ihrer Geburtsflüsse erreicht haben, schlagen die Männchen mit ihren Schwanzflossen Mulden in den Kies. Sobald die Weibchen ihre Eier in diese Mulden abgelegt haben, werden diese sofort von den Männchen befruchtet. Nach der Eiablage ziehen die Elterntiere  zurück ins Meer und kommen ein Jahr später wieder ins Süßwasser, um ein nächstes Mal für Nachwuchs zu sorgen. Die befruchteten Eier bleiben im Kies liegen, bis nach einigen Wochen die etwa einen Zentimeter langen Jungfische schlüpfen. Ungefähr ein bis zwei Jahre, bis sie eine Größe von etwa 15 Zentimeter erreicht haben, bleiben sie im Süßwasser. Dann machen auch sie sich auf den Weg ins Meer. Dort ziehen sie zwei bis drei Jahre fressend umher, bis sie etwa  50 bis 60 cm lang und laichreif sind. Auch sie kehren dann in ihre Geburtsgewässer zurück, um selbst für Nachwuchs zu sorgen. Wie die Fische es schaffen, nach mehreren Jahren ganz gezielt die Gewässer wiederzufinden, in denen sie geschlüpft sind, ist ein Rätsel, das bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Kiesbetten sind wichtig
Damit Salmoniden wie Bachforellen und Meerforellen ablaichen können, müssen entsprechende Kiesbetten vorhanden sein. Die Alster ist zwar ein von Sandgrund geprägtes Fließgewässer, hat aber auch ein paar schnell fließende Bereiche mit Kiesgrund. Aber nicht genug! Das Aktionsbündnis „Lebendige Alster“ aus BUND, NABU und Aktion Fischotterschutz hat es sich zum Ziel gesetzt, die Alster wieder naturnäher zu gestalten. Im Jahr 2011 wurden deshalb gemeinsam mit den Anglern unterhalb der Trillup-Brücke in Bergstedt Kiesbetten angelegt, 2012 wurde von vielen fleißigen Helfern am Haselknick Kies in die Alster geschaufelt. Wenn die ersten Meerforellen zum Laichen in die Alster aufsteigen, werden sie dort hoffentlich geeignete Laichplätze vorfinden.

Freier Aufstieg
Damit die Meerforellen  ungehindert bis in den Oberlauf der Alster aufsteigen können, muss die Alster natürlich für Wanderfische durchgängig sein. Und da ist Hamburg auf einem guten Weg! Das Ziel hat oberste Priorität. Das erste Hindernis auf dem Weg über die Elbe in die Alster, die Schleuse am Rathausmarkt, bekommt nächstes Jahr eine Fischtreppe. An der nächsten Hürde, der Ohlsdorfer Schleuse, die für Wanderfische bislang unüberwindlich war, ist eine Fischtreppe sogar schon kurz vor der Fertigstellung. Weiter flussauf, an der Poppenbüttler Schleuse, gibt es noch keinen Fischpass. Da das Wasser direkt unter dem Wehr bei Hochwasser aber anderthalb bis zwei Meter tief ist und das Gefälle dann nur etwa einen Meter beträgt, wären Salmoniden in der Lage, so viel „Anlauf“ zu nehmen, um  die Schleuse hinaufzuspringen zu können. Am vierten Hindernis, der Mellingburger Schleuse, gibt es bereits einen sehr schönen Fischpass, der seitlich an der Schleuse vorbei läuft. Das letzte Bollwerk zum freien Aufstieg in den Oberlauf der Alster stellt dann die Wohldorfer Schleuse dar. Durch ein hohes Gefälle und eine niedrige Wassertiefe unterhalb des Wehres ist sie für Salmoniden unter normalen  Wasserstandsbedingungen unüberwindbar. Eine Fischtreppe an der Wohldorfer Schleuse sollte also das nächste Ziel sein!

Meerforellen für die Alster
Um das Meerforellen-Projekt zu starten, hat der Angelverein „Alster“ jetzt 5000 Meerforellen-Brütlinge in den Hamburger Nebenbächen der Alster ausgesetzt. Die Fische stammen aus einer Meerforellen-Aufzuchtstation eines befreundeten Angelvereins. Die Betreiber fischen im Winter in den Oberläufen von Flüssen frisch aufgestiegene Meerforellen elektrisch heraus und streifen sie ab. Das heißt, sie drücken die Eier aus den Weibchen und befruchten diese sofort mit der Samenflüssigkeit der Männchen. In der Aufzuchtstation werden die Eier dann ausgebrütet. Direkt nach dem Schlüpfen haben die Winzlinge noch einen Dottersack, aus dem sie sich ernähren. In diesem Stadium sind sie nicht wirklich schwimmfähig. Nach einigen Wochen, wenn sie das Dottersackstadium überschritten haben und schwimmfähig sind, werden sie an Angelvereine abgegeben und als Besatz in die Gewässer ausgebracht. Die 5000 Meerforellen in den Nebenbächen der Alster haben jetzt einen langen Weg vor sich. Sie müssen vielen Fressfeinden entkommen, den Weg in die Nordsee finden und wieder zurück in die Alster kehren. Das dauert etwa vier bis fünf Jahre. Natürlich schaffen es nicht alle Fische. Unter optimalen Bedingungen kommt  in der Regel etwa ein Prozent der Fische wieder zurück. Wenn im Herbst 2018 also 50 Meerforellen die Alster aufsteigen, haben wir unser Ziel erreicht!

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Meerforellen für die Alster

von Frank Schlichting / Anglerverein Alster e. V. Hamburg

Die Alster ist ein Fluss, in dem es mehr Fischarten gibt, als viele glauben. Den Hecht zum Beispiel, den Barsch und den Aal, um nur die bekanntesten „Speisefischarten“  zu nennen. Dazu kommen viele Arten, von denen der eine oder andere vielleicht schon mal gehört hat: Rotauge, Brassen, Aland, Rotfeder, Stichling, Kaulbarsch und Gründling. Selbst seltene Arten wie die Mühlkoppe oder das Bachneunauge sind in der Alster anzutreffen.  Sogar die Aalquappe, die über 50 Jahre  in der Alster verschwunden war,  ist durch gezielte Besatzmaßnahmen wieder angesiedelt worden und hat heute einen stabilen Bestand. Ein ganz besonderer Fisch ist der Hasel, auch Häsling genannt. Der bis maximal 30 Zentimeter lange Strömungsfisch ist in Norddeutschland relativ selten und kommt in Hamburg nur im Einzugsgebiet von Alster und Bille vor. Und was natürlich jeden interessiert: Gibt es auch Forellen in der Alster?  Ja, und zwar Bachforellen, die vom Angelverein „Alster“ regelmäßig besetzt werden.  Aber das große Ziel sind  jetzt Meerforellen, die in der Alster eine neue Heimat finden sollen!

 

Meerforellen sehen wie Lachse aus
Meerforellen sind Fische, die wie Lachse, denen sie übrigens zum Verwechseln ähnlich sehen, im  Meer leben und nur zum Laichen ins Süßwasser aufsteigen. Sie  können bis zu einen Meter lang werden.  Wenn Sie im Spätherbst die Oberläufe ihrer Geburtsflüsse erreicht haben, schlagen die Männchen mit ihren Schwanzflossen Mulden in den Kies. Sobald die Weibchen ihre Eier in diese Mulden abgelegt haben, werden diese sofort von den Männchen befruchtet. Nach der Eiablage ziehen die Elterntiere  zurück ins Meer und kommen ein Jahr später wieder ins Süßwasser, um ein nächstes Mal für Nachwuchs zu sorgen. Die befruchteten Eier bleiben im Kies liegen, bis nach einigen Wochen die etwa einen Zentimeter langen Jungfische schlüpfen. Ungefähr ein bis zwei Jahre, bis sie eine Größe von etwa 15 Zentimeter erreicht haben, bleiben sie im Süßwasser. Dann machen auch sie sich auf den Weg ins Meer. Dort ziehen sie zwei bis drei Jahre fressend umher, bis sie etwa  50 bis 60 cm lang und laichreif sind. Auch sie kehren dann in ihre Geburtsgewässer zurück, um selbst für Nachwuchs zu sorgen. Wie die Fische es schaffen, nach mehreren Jahren ganz gezielt die Gewässer wiederzufinden, in denen sie geschlüpft sind, ist ein Rätsel, das bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Kiesbetten sind wichtig
Damit Salmoniden wie Bachforellen und Meerforellen ablaichen können, müssen entsprechende Kiesbetten vorhanden sein. Die Alster ist zwar ein von Sandgrund geprägtes Fließgewässer, hat aber auch ein paar schnell fließende Bereiche mit Kiesgrund. Aber nicht genug! Das Aktionsbündnis „Lebendige Alster“ aus BUND, NABU und Aktion Fischotterschutz hat es sich zum Ziel gesetzt, die Alster wieder naturnäher zu gestalten. Im Jahr 2011 wurden deshalb gemeinsam mit den Anglern unterhalb der Trillup-Brücke in Bergstedt Kiesbetten angelegt, 2012 wurde von vielen fleißigen Helfern am Haselknick Kies in die Alster geschaufelt. Wenn die ersten Meerforellen zum Laichen in die Alster aufsteigen, werden sie dort hoffentlich geeignete Laichplätze vorfinden.

Freier Aufstieg
Damit die Meerforellen  ungehindert bis in den Oberlauf der Alster aufsteigen können, muss die Alster natürlich für Wanderfische durchgängig sein. Und da ist Hamburg auf einem guten Weg! Das Ziel hat oberste Priorität. Das erste Hindernis auf dem Weg über die Elbe in die Alster, die Schleuse am Rathausmarkt, bekommt nächstes Jahr eine Fischtreppe. An der nächsten Hürde, der Ohlsdorfer Schleuse, die für Wanderfische bislang unüberwindlich war, ist eine Fischtreppe sogar schon kurz vor der Fertigstellung. Weiter flussauf, an der Poppenbüttler Schleuse, gibt es noch keinen Fischpass. Da das Wasser direkt unter dem Wehr bei Hochwasser aber anderthalb bis zwei Meter tief ist und das Gefälle dann nur etwa einen Meter beträgt, wären Salmoniden in der Lage, so viel „Anlauf“ zu nehmen, um  die Schleuse hinaufzuspringen zu können. Am vierten Hindernis, der Mellingburger Schleuse, gibt es bereits einen sehr schönen Fischpass, der seitlich an der Schleuse vorbei läuft. Das letzte Bollwerk zum freien Aufstieg in den Oberlauf der Alster stellt dann die Wohldorfer Schleuse dar. Durch ein hohes Gefälle und eine niedrige Wassertiefe unterhalb des Wehres ist sie für Salmoniden unter normalen  Wasserstandsbedingungen unüberwindbar. Eine Fischtreppe an der Wohldorfer Schleuse sollte also das nächste Ziel sein!

Meerforellen für die Alster
Um das Meerforellen-Projekt zu starten, hat der Angelverein „Alster“ jetzt 5000 Meerforellen-Brütlinge in den Hamburger Nebenbächen der Alster ausgesetzt. Die Fische stammen aus einer Meerforellen-Aufzuchtstation eines befreundeten Angelvereins. Die Betreiber fischen im Winter in den Oberläufen von Flüssen frisch aufgestiegene Meerforellen elektrisch heraus und streifen sie ab. Das heißt, sie drücken die Eier aus den Weibchen und befruchten diese sofort mit der Samenflüssigkeit der Männchen. In der Aufzuchtstation werden die Eier dann ausgebrütet. Direkt nach dem Schlüpfen haben die Winzlinge noch einen Dottersack, aus dem sie sich ernähren. In diesem Stadium sind sie nicht wirklich schwimmfähig. Nach einigen Wochen, wenn sie das Dottersackstadium überschritten haben und schwimmfähig sind, werden sie an Angelvereine abgegeben und als Besatz in die Gewässer ausgebracht. Die 5000 Meerforellen in den Nebenbächen der Alster haben jetzt einen langen Weg vor sich. Sie müssen vielen Fressfeinden entkommen, den Weg in die Nordsee finden und wieder zurück in die Alster kehren. Das dauert etwa vier bis fünf Jahre. Natürlich schaffen es nicht alle Fische. Unter optimalen Bedingungen kommt  in der Regel etwa ein Prozent der Fische wieder zurück. Wenn im Herbst 2018 also 50 Meerforellen die Alster aufsteigen, haben wir unser Ziel erreicht!

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