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UNSER NEWS ARCHIV

You wanna be where you can see our troubles are all the same you wanna be where everybody knows Your name days are all share them with me oh baby are the voyages of the Starship Enterprise

Prof. Dr. Robert Arlinghaus über zwei polarisierende Beiträge zum Angeln

Zwei Publikationen der letzten Wochen haben für Unruhe und Irritationen unter den Anglerinnen und Anglern, sowie in der Öffentlichkeit gesorgt. Es sind dies der Beitrag in der ZEIT „Ein Foto mit dem Dicken” des Autors Carsten Rau (Nr. 37 vom 5. September 2013) sowie die NDR-Dokumentation „Hobby mit Widerhaken“ von Carsten Rau und Hauke Wendler (Ausstrahlung am 9. September 2013). 
 
Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Professor für Integratives Fischereimanagement an der Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät und Nachwuchsgruppenleiter Adaptfish und Besatzfisch am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) setzt sich mit beiden Publikationen in einem Offenen Brief sehr fundiert auseinander.Der Deutsche Angelfischerverband e.V., der vor kurzem mit 800.000 Anglerinnen und Anglern in seinen Mitgliedsverbänden aus der Verschmelzung des Verbandes Deutscher Sportfischer und dem Deutschen Anglerverband hervorgegangen ist, weist die Besucher von www.dafv.de auf die Veröffentlichung „Eine kritische Auseinandersetzung mit kürzlich publizierten Darstellungen des tierschutzwidrigen Angelns ohne Verwertbarkeit in den Massenmedien“ von Prof. Arlinghaus hin und empfiehlt sie als grundlegenden Beitrag.
 
Zum Download gelangen Sie mit einem KLICK HIER.
 
Die polarisierende Darstellung im NDR wird der im Normalfall ausgeübten anglerischen Praxis nicht gerecht. Zu Recht kritisieren die Autoren, dass von ihnen gefilmte Angler nicht wussten, wie Fische waidgerecht getötet werden. Doch das ist nicht die Regel. Darüber hinaus bleibt die Diskussion um das Thema Schmerzempfinden bei Fischen oberflächlich und es fehlt die Auseinandersetzung mit neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein Großteil der Gewässer bei uns wird von oder zusammen mit Anglervereinen gehegt und gepflegt. Anglerinnen und Angler leisten bei der Wiedereinbürgerung von bei uns ausgestorbenen Fischarten wie Lachsen, Meerforellen, Stören und bei der Wiederauffüllung der Aalbestände erhebliche Arbeit. Sie üben ihr Hobby verantwortungsbewusst und im Einklang mit den bestehenden Gesetzen aus. Ihr meist ehrenamtlicher Einsatz für eine intakte Natur wird durch Beiträge wie jene in der Zeit und im NDR herabgewürdigt. 
 
Dr. Christel Happach-Kasan
Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes e.V.
 
 
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Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch:
“Hamburger Angler sehen UNTER die Oberfläche!”
Das Dokument finden Sie als PDF in unserem Download-Bereich
 
 
 
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Flucht vor der Wärme: Der Atlantische Kabeljau erobert die Arktis

Von Ralf Röchert Kommunikation und Medien Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Der Atlantische Kabeljau ist im Zuge des Klimawandels so weit Richtung Norden gewandert, dass er inzwischen sogar in den Gewässern Spitzbergens in großen Mengen vorkommt.

Zu diesem Ergebnis kommen Biologen des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), nach einer Expedition in jenes arktische Meeresgebiet, das einst vom Polardorsch dominiert wurde. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob es zwischen den beiden Dorscharten zu einem Konkurrenzkampf kommt und welche sich besser an die veränderten Lebensbedingungen in der Arktis anpassen kann.

August 2013, das deutsche Forschungsschiff Heincke steuert die Gewässer vor der nordöstlichen Küste Spitzbergens an.

An Bord bereiten sich sechs Biologen des Alfred-Wegener-Instituts auf den ersten Fischzug ihrer Arktisexpedition vor. Sie wollen in Höhe des 80. Breitengrades junge Atlantische Kabeljaue und Polardorsche fangen. Doch als das Schiff sein Zielgebiet erreicht, zeigt das Thermometer eine Wassertemperatur von 4,5 Grad Celsius an. Viel zu warm für den Polardorsch, der Temperaturen um 0 Grad Celsius bevorzugt. „Diese warmen Wassermassen stammen aus dem Atlantik und überlagern in den Sommermonaten die kalten arktischen Wassermassen aus der Barentssee in den Fjorden“, sagt Dr. Felix Mark, Biologe am Alfred-Wegener-Institut.

FS Heincke in Spitzbergen Er leitet die Schiffsexpedition in die Arktis. Gemeinsam mit seinen AWI-Kollegen und einem Doktoranden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf möchte er die Verbreitung von Atlantischen Kabeljauen und Polardorschen in den Fjorden Spitzbergens untersuchen. Nach dem ersten Fischzug aber zappeln hauptsächlich junge Kabeljaue im Netz. Ein Zeichen grundlegender Veränderungen in der Arktis. „Die steigenden Wassertemperaturen führen dazu, dass der Atlantische Kabeljau hier optimale Lebensbedingungen vorfindet. Wir gehen davon aus, dass diese Art, die einst auch in der Nordsee heimisch war, schon jetzt das wärmere Oberflächenwasser rund um Spitzbergen dominiert“, erklärt Dr. Felix Mark.

Für ihn stellt sich jetzt die Frage, ob und in welchem Ausmaß der Atlantische Kabeljau und der Polardorsch in einem Konkurrenzkampf zueinander stehen und inwiefern die zunehmende Versauerung des Meeres eine mögliche Rivalität beeinflusst. „Die Ozeanversauerung wirkt sich vermutlich nicht nur auf die Körperfunktionen beider Fischarten aus, sie beeinflusst auch ihre Beutetiere“, sagt Dr. Felix Mark.

Route der FS Heincke-ExpeditionWährend der Kabeljau Jagd auf verschiedene Ruderfußkrebse, auf Flügelschnecken und auch auf kleine Fische macht und damit einen vielseitigen Speiseplan besitzt, stellt der Polardorsch nur bestimmten Krebsarten nach. Würden diese jedoch im Zuge der zunehmenden Versauerung der arktischen Gewässer nur noch in kleinen Mengen vorkommen, hätte der Polardorsch das Nachsehen. „Das Ziel unserer Expedition nach Spitzbergen war es deshalb, Kabeljaue, Polardorsche und ihre Hauptbeute, die Ruderfußkrebse, zu fangen und die Tiere lebendig nach Bremerhaven zu transportieren. Erst so haben wir die Chance, im Labor zu untersuchen, wie die Fische und das Zooplankton auf einen sinkenden pH-Wert des Wassers reagieren“, sagt der Biologe.

PolardorschEr und seine Kollegen vermuten, dass sich der Kabeljau besser an das saurer werdende Wasser anpassen kann und auf diese Weise in der Lage sein wird, den Polardorsch aus dem gemeinsamen Lebensraum zu verdrängen. „Ein solcher Konkurrenzkampf hätte weitreichende Folgen für das arktische Ökosystem, denn der Polardorsch ist ein wichtiger Bestandteil des arktischen Nahrungsnetzes und Futter für andere Fischarten, sowie Vögel und Meeressäuger wie Wale oder Robben“, sagt Dr. Felix Mark.

Die Untersuchungen zum Atlantischen Kabeljau und Polardorsch sind Teil des nationalen Forschungsprojektes zur Ozeanversauerung, BIOACID. Der Name steht als Akronym für „Biological Impacts of Ocean Acidification“, unter dessen Schirm 14 Institute untersuchen, wie marine Lebensgemeinschaften auf Ozeanversauerung reagieren und welche Konsequenzen dies für das Nahrungsnetz, die Stoff- und Energieumsätze im Meer sowie schließlich auch für Wirtschaft und Gesellschaft hat. Im Rahmen dieses Programms leitet Dr. Felix Mark das so genannte Fisch-Konsortium.

 

Weiterführende Informationen zur Ozeanversauerungsforschung am Alfred-Wegener-Institut finden Sie auch in der „Im Fokus“-Rubrik auf der AWI Website:
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/im_fokus/im_fokus_themen_2013/ozeanversauerung/.

Über das Forschungsprojekt zum Atlantischen Kabeljau berichtete das Alfred-Wegener-Institut auch in seiner Pressemitteilung am 17. April 2013:
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/more_stress_for_atlantic_cod/?cHash=0a168b4bc65fe9dd91c9260d01496a0c