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Frischer Fisch und Heidekraut

Frischer Fisch und Heidekraut

Buchvorstellung: „Frischer Fisch und Heidekraut“ Walther Herwig Präsident der Klosterkammer Hannover und „Vater der Fischer“ von Anne Mahn und Gerd Wegner

geschrieben von Robert Jankowski/Angelsportverband Hamburg e. V.

Walther wer?!
Kaum Jemand außerhalb der fischereilich interessierten Kreise kennt Walther Herwig und sein Lebenswerk. Dabei ist Walther Herwig als beamteter Staatsdiener und Leiter der Klosterkammer Hannover verantwortlich für weitreichende Reformen in der Landwirtschaft, aber vor allen Dingen war er Präsident des Deutschen Seefischerei Vereins, also des Vorgängers des Deutschen Fischerei Verbandes.

Weiterhin war er von 1902 bis 1908 Präsident des Zentralausschusses für die internationale Meeresforschung welchem wiederum der heutige “international council fort he exploration oft he seas“ ICES folgte.

Neben diesen Tätigkeiten fand aber auch der soziale Aspekt immer eine Berücksichtigung bei seiner Arbeit. Im Zuge des Ausbaus der deutschen Fischereiflotte führte er u.a. auch eine soziale Absicherung mit einer Hinterbliebenenversorgung ein.

In den Heidegebieten führte er durch Reformen ein, dass aus landwirtschaftlichen Tagelöhnern letztlich selbständige Bauern wurden. Später wechselte er in die Fischereiabteilung des Altonaer Museums, wo er mittels detailgetreuer Modelle der naturwissenschaftlich interessierten Bevölkerung die Fischerei nahe brachte. Diese Modelle sind auch heute noch im Altonaer Museum zu sehen.

Woher kam diese Leidenschaft für den Fisch und alles, was damit in Verbindung stand?
Wather Herwig war seit Kindesbeinen Angler, mit Leib und Seele! Bereits mit 12 Jahren pachtete (!) er gemeinsam mit einem Freund eine Fischerei an der Aar, sie angelten auch in den dortigen fürstlichen Fischhausteichen. „Nebenbei“ lernten sie so auch die Teichzucht. Fragen zum Bestand des Lachses, sein Aufstieg über Weser, Eder und Emmer in die Laichgebiete waren schon damals dem jungen Herwig bekannt.
Auch im Alter suchte er die Ruhe und Abgeschiedenheit beim Fliegenfischen.

Im Zuge der fischereilichen Untersuchung der Lippe, welche er als Landrat von Ahaus durchführte, kam er zu dem Schluss, dass wirtschaftliche Einrichtungen die natürlichen Zustände ebenso wenig beeinflussten, wie die geringe reguläre Fischerei. Schädigend auf die Bestände würde aber die „große Zunft der Wildfischer“ wirken, welche sogar mit Dynamit fischten und sich an keine Schonzeiten oder Mindestmaße hielten. Dies reiche aus „um das beste Fischwasser auf die Dauer ganz und gar fischarm zu machen“.
So empfahl er, dass die Fischerei nur noch unter scharfer Kontrolle durch Fischereiaufseher mit polizeilichen Rechten stattfinden solle.
Weitere Vorschläge zur Bewirtschaftung der Lippe erfolgten in dem Gutachten ebenfalls (u.a. Bildung von Genossenschaften).

Das Gutachten wurde dem Deutschen Fischerei Verein zur Verfügung gestellt, der es in Gänze veröffentlichte und so Walther Herwig als Experten für Binnenfischerei bekannt machte. Auf Herwigs Initiative hin, wurde 1885 die Sektion für Küsten- und Hochseefischerei im Deutschen Fischerei Verein gegründet. Hierdurch wurde die Seefischerei gefördert, was dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Fisch nachkam und gleichzeitig Arbeitsplätze auf Fangschiffen, in Konservenfabriken, Räuchereien usw. schaffte.
Da das Deutsche Reich über keine Fischereibehörde verfügte, übernahm die Sektion Küsten- und Hochseefischerei diese Funktion.

WaltherHerwigIIIDie Stadt Cuxhaven, welche damals noch zu Hamburg gehörte, wurde auf seine Initiative hin zu einem Fischereihafen ausgebaut und mit einer Eisenbahnverbindung ausgestattet, welche die Hansestadt Hamburg mit frischem Fisch versorgte. 1887 wurde ein Fischdampfer zu Ehren des Sektionsvorsitzenden als „Präsident Herwig“ in Dienst gestellt, welcher 1898 vor Island unterging.

Seit dem Jahre 1963 heißt das jeweils größte Fischereiforschungsschiff  „Walther Herwig“. Die jetzige trägt den Namen „Walther Herwig III“ und ist seit 1993 in Dienst.
Ab 2015 ist der Bau der nächsten, also vierten “Walther Herwig” geplant.

Wer sich also für die Entwicklung der Fischerei in Deutschalnd interessiert, sollte sich dies interessante Buch auf den Gabentisch legen lassen. Das Buch ist unter den ISBN

  • ISBN-10: 335601532X
  • ISBN-13: 978-3356015324

im Buchhandel erhältlich.

 

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